Welthungerhilfe: Den Hunger bei den Wurzeln packen – das Konzept LANN+

Ende 2019 förderte die Prolok Stiftung das Konzept LANN+ der Welthungerhilfe.

Indien ist ein Land der Gegensätze. Der zweitgrößte Nahrungsmittelproduzent der Welt schafft es nicht, seine Bevölkerung zu ernähren. Trotz staatlicher Programme bleiben Hunger und Mangelernährung eine gigantische Herausforderung. Auf dem Land ist die Situation besonders dramatisch. Im östlichen Jharkhand, einem der rückständigsten Staaten Indiens, ist jedes dritte Kind unter fünf Jahren untergewichtig. Sieben von zehn Frauen zwischen 15 und 49 Jahren leiden an Blutarmut. Wenn Schwangere und stillende Mütter nicht ausreichend Nährstoffe zu sich nehmen, zieht das für die Kinder lebenslang negative Auswirkungen nach sich.
Chronische Unterernährung hat viele Ursachen. Sie zu reduzieren, ist eine komplexe Herausforderung. Oft reicht eine verbesserte Landwirtschaft allein nicht aus. Es fehlt an Wissen zur optimalen Ressourcennutzung, Zugang zu Märkten, alternativen Einkommensmöglichkeiten und mehr Mitspracherecht der Frauen. Auch Themen wie Kindergesundheit und -ernährung, sowie der Zugang zu sauberem Wasser, effektive Hygiene und sanitäre Einrichtungen (WASH) sind wichtig. Diese Schlüsselfaktoren kombiniert die Welthungerhilfe in ihrem neuen Entwicklungskonzept LANN+.
LANN+ (Linking Agriculture and Natural Resource Management towards Nutrition Security) verbindet alle wichtigen Bereiche in einem wirkungsvollen Trainingsprogramm. Oberstes Ziel ist die gesicherte Ernährung der schwächsten Familien. LANN+ stärkt und motiviert sie, ihr gesamtes Verhalten und Wirtschaften auf eine gesunde Ernährung auszurichten. Damit die Erfolge von Dauer sein können, holt die Welthungerhilfe auch die Regierung und Behörden mit ins Boot.

Hilfsmaßnahmen des Konzepts LANN+

  • 15.000 Frauen zwischen 15 und 49 Jahren erhalten landwirtschaftliche Schulungen und erweitern ihr Wissen in Bezug auf Ernährung, Nahrungsmittelviel-falt, Hygiene und Gesundheit.
  • 15-tägige Ernährungscamps für unterernährte Kinder und deren Mütter wird mit den zuständigen Ämtern von den Gemeinden durchgeführt. Die Mütter bekommen dort die lokal hergestellte Nahrungser-gänzung Nutrimix und lernen die Zubereitung für Zuhause.
  • 500 staatliche Berater/Helfer verschiedener Behör-den werden mittels partizipativen Lernmethoden (PLA) in Hinblick auf Ernährung, Gesundheit, Landwirtschaft und WASH geschult.
  • 150 Regierungsbeamte und Mitglieder der gesetz- gebenden Versammlung werden für einen sektor- übergreifenden Ansatz und die Notwendigkeit einer besseren Verknüpfung zwischen Landwirtschaft, Ernährung und WASH im Kampf gegen Hunger und Mangelernährung sensibilisiert.
Quelle: https://www.welthungerhilfe.de/informieren/loesungen/integrierte-ernaehrungssicherung-lann/