Mädchenbildung in Saharsa (Indien)

Ende 2019 förderte die Prolok Stiftung ein Mädchen-Bildungsprojekt von World Vision in Saharsa (Indien).

Warum wir uns einsetzen

Saharsa liegt im Westen Indiens im Bundesstaat Bihar. Die Gegend ist flach und es gibt nur wenig Wald. Im Sommer (Oktober bis März) wird es extrem heiß mit Temperaturen über 40 °C. In der Regenzeit (April bis September) kann es frostig kühl werden. Die oft sehr ergiebigen Monsunregen führen häufig zu Überschwemmungen. Ein Viertel der Familien lebt von dem, was sie selbst anbauen, vor allem Weizen und Mais. Ihre Ernten fallen zu gering aus, um die Kinder ausreichend zu ernähren. Alarmierende 57 % der Kinder unter fünf Jahren sind unterernährt. Außerhalb der
Landwirtschaft gibt es kaum Einkommensmöglichkeiten. Die medizinische Versorgung ist äußerst schlecht, weil es zu wenig Personal in den Gesundheitsstationen gibt. Auch sauberes Trinkwasser und sanitäre Einrichtungen sind Mangelware. Statt in der Schule zu lernen, müssen viele Kinder arbeiten, um ihre Familien zu unterstützen. Mädchen werden oft schon früh verheiratet.

Wie wir arbeiten

World Vision hat über die Jahre wichtige Erfahrungen gesammelt. Sie wissen, dass ihre Arbeit nur erfolgreich sein kann, wenn sie die Kinder und Familien in ihren Projekten eng in alle Prozesse einbeziehen. Gemeinsam überlegen sie zu Beginn: Was sind die größten Probleme vor Ort? In welchen Bereichen fangen wir an? Die Entscheidungen trifft ein Komitee, das sich aus den gewählten Vertretern der Bewohner, den World Vision-Mitarbeitern und anderen Partnern vor Ort zusammensetzt. Im Laufe der Zeit übernehmen die Familien mehr und mehr Verantwortung, damit sie die Entwicklung ihrer Region eines Tages – in der Regel nach ca. 15 Jahren – ohne World Vision weiterführen können. Um das zu erreichen, vermittelt World Vision den Menschen, wie sie sich bei Behörden erfolgreich für die Rechte ihrer Kinder einsetzen und staatliche Unterstützung einfordern können.

Was wir verbessern wollen

Mit Unterstützung ihrer Patinnen und Paten will World Vision die Lebensbedingungen der Kinder und Familien verbessern. Je nach Projekt setzen sie unterschiedliche Schwerpunkte. In Saharsa engagieren sie sich in den folgenden Bereichen:

Landwirtschaft und Einkommen

Die Kleinbauern sind häufig abhängig von den Großgrundbesitzern. Zudem sind ihre Anbaumethoden veraltet und bringen nur geringe Erträge. Den meisten Familien fehlt ein regelmäßiges und ausreichendes Einkommen.
So hilft World Vision:

  • Schulungen für Kleinbauern in effizientem Anbau und Tierhaltung
  • Unterstützung bei der Suche nach Einkommensmöglichkeiten außerhalb der Landwirtschaft
  • Hilfe bei der Gründung kleiner Gewerbe

Gesundheit und Ernährung

57 % der Kinder sind unterernährt, das heißt sie sind zu dünn, häufig zu klein und sehr krankheitsanfällig. Das liegt auch am fehlenden Impfschutz. Die Gesundheitsstationen sind oft zu weit entfernt und das Personal ist schlecht ausgebildet.
So hilft World Vision:

  • Ernährungskurse für Mütter, um mit den vor Ort verfügbaren Lebensmitteln nahrhafte Gerichte zu kochen
  • Gemüsegärten für Familien
  • Ausbildung freiwilliger Gesundheitshelfer als Ansprechpartner bei Krankheiten
  • Aufklärung von Schwangeren und Müttern mit Kleinkindern zu Krankheitsvorbeugung und Untersuchungsangeboten
  • Aufklärung der Eltern zum Impfschutz
  • Hygieneschulungen für Familien

Bildung und Kinderrechte

Rund 45 % der Erwachsenen können nicht lesen und schreiben. Anstatt zu lernen, müssen viele Kinder arbeiten und so ihre Familien unterstützen. Mädchen werden deshalb oft früh verheiratet. Die Schulen sind schlecht ausgestattet und die Lehrer oft unzureichend ausgebildet.
So hilft World Vision:

  • Fortbildungen für Lehrer
  • Gründung eines Bildungskomitees, um Eltern stärker an der Schulorganisation zu beteiligen
  • Gründung von Kinderklubs, um das Selbstbewusstsein der Kinder zu stärken
  • Aufklärung zu Kinderrechten und Gründung von Kinderschutzkomitees aus Kindern und Erwachsenen
Quelle: https://www.worldvision.de/informieren/unsere-projekte/indien