Schutz für Waisen, gefährdete Kinder und Frauen in Äthiopien

Ende 2019 förderte die Prolok Stiftung das Projekt „Schutz für Waisen, gefährdete Kinder und Frauen“ der Kindernothilfe in Äthiopien.

Die Ausgangssituation

Das Projekt wird in der Stadt Dire Dawa (ca. 341.800 Einwohner) durchgeführt, rund 500 Kilometer nordöstlich der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba. Die Hauptprobleme der Bevölkerung sind Nahrungsmittelknappheit, die hohe Inflationsrate, Arbeitslosigkeit, HIV und Aids sowie eine hohe Anzahl von Migranten, die in die Stadt kommen. Zudem leiden die Menschen unter der Armut, der Wohnungsnot und der schlechten sanitären Versorgung.

In Dire Dawa gibt es ca. 11.000 Kinder ohne elterliche Fürsorge. Sie leben bei Verwandten, Pflegefamilien oder auf der Straße. Besonders alarmierend ist die Situation der Straßenkinder, da
ihre grundlegendsten Rechte verletzt werden. Sie haben keine Unterkunft, arbeiten bis tief in die Nacht, gehen nicht zur Schule, leiden häufig unter schweren Krankheiten und haben meist nicht
genug zu essen. Sie sind besonders sexueller und kommerzieller Ausbeutung schutzlos ausgeliefert. Viele Stunden des Tages verbringen sie bettelnd auf den Straßen, treiben sich vor Hotels herum und warten auf übriggebliebene Essensreste oder durchsuchen die Mülleimer nach Wiederverwertbarem. Andere verdienen Geld als Autowäscher, Parkplatzwächter, Hausierer, Lastenträger – manche Mädchen müssen sogar ihren Körper verkaufen.

Gemeinsam mit ihrem Partner FSCE möchte die Kindernothilfe die Situation der Kinder in der Projektregion durch Schutz- und Bildungsangebote verbessern und sie in ihrer bestmöglichen Entwicklung fördern. Kinder, die Gewalterfahrungen gemacht haben, erfahren Unterstützung und Schutz und die Prävention von Rechtsgefährdungen wird zunehmend verbessert.
Auch der Methodenansatz des Aufbaus von Frauenselbsthilfegruppen (SHGs) ist ein geeignetes Instrument, um die Lebenssituation von Kindern zu verbessern, Hunger und Unterernährung zurückzudrängen und Müttern die Möglichkeit zu geben, ihre Kinder zur Schule zu schicken. Gleichzeitig ist er hilfreich, damit erwachsene Frauen auch selbst lernen, soziale Kompetenzen zu entwickeln und aufzubauen – und durch ein steigendes Familieneinkommen die Gesundheits- und Wohnsituation zu verändern.

Quelle: https://www.kindernothilfe.de/-/media/knh/05-infothek/dokumente-und-downloads/magazin/kindernothilfeazin-1_2018.ashxmag